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Archive for 16. Dezember 2007

Hummer geht gar nicht?

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Sahra Wagenknecht ist inzwischen Europa-Abgeordnete der Linken. Ich fand sie ja immer schon sehr gestelzt und irgendwie ansteinflößend, eine kommunistische Von-der-Leyen-Variante wie aus dem Hitchcock-Psychothriller. Neulich hat sie in Straßburg mit anderen Abgeordneten opulent Hummer geschlemmt und ist dabei fotografiert worden. Ihre Assistentin hat dann später die Digitalkamera der fotografierenden Kollegin ausgeliehen und die Hummer-Wagenknecht-Fotos gelöscht, weil sie ihr nicht gefallen haben.

Jetzt wird spekuliert. Ob allein der Hummerverzehr schon so un-links ist, dass er aus einer kommunistischen Biographie gelöscht werden muss. Oder war auf dem Foto noch mehr zu sehen? Wurde der Hummer von ausgezehrten Billiglohnsklaven angereicht? Gab es dazu Clintonsche Zigarrenspiele? Hing im Hintergrund ein verkehrt herum aufgehängtes Marx-Bild? Hat sie dem Hummer auf dem Foto direkt den Kopf abgebissen? Oder hatte sie erkennbar keinen Schimmer, wie man so ein Teil verzehrt und hat es mit Stäbchen versucht? Oder war der Hummer nicht mehr rot?

Das ist ja eh eine brisante Mischung, das gourmet-dialektische Spannungsfeld zwischen Klassenkampf und Delikatessen. Ich stell mir auch immer den Lafontaine vor, wie er ganz vorne auf den Barrikaden in der ersten Reihe steht – im Supermarkt an der Fleischtheke, mit dem Satz: „Lassen sie mich durch, ich bin die Arbeiterbewegung und hätte gerne ein Viertelpfund von diesem Büffel-Carpaccio!”. Mit dem Unterschied, dass Oskar die dabei entstandenen Fotos natürlich nicht löschen würde, sondern signieren.

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