Managergehälter und ich
Dezember 10, 2007 von hormuthsfrederic
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Alle sind gegen überhöhte Managergehälter, selbst in der CDU empfindet man das als vorweihnachtlich taugliche Gerechtigkeitsdiskussion. In der TAZ sagt Friedrich Küppersbusch dazu: „So was wird vom Verbraucher bezahlt, es ist ja in den Kaufpreisen der Waren versteckt.” Interessanter Gedanke. Der Mann glaubt an die Verbraucherdemokratie, das ist ehrenwert. Die Konsumenten müssten die entsprechenden Firmen bestreiken, meint er. Das ist ein echtes sozial-gestalterisches Mitmachangebot an den kleinen Mann, das klingt gut.
Ich hab mich gleich mal in der Liste der Top-Verdiener-Manager umgeschaut und auf Anhieb beschlossen, mir aus purem Protest keinen Mercedes und keinen Porsche zu kaufen, sowie kein Geld bei der Deutschen Bank anzulegen. Wollte mich schon entspannt zurücklehnen, ob des gewaltigen revolutionären Potentials dieser meiner Verbraucherentscheidung, da habe ich gelesen, dass der Manager, dessen Gehalt sich im letzten Jahr auf 4,2 Millionen glatt verdoppelt hat, der Chef der Metro-Gruppe ist. Dazu gehören Media-Markt und Saturn.
Jetzt ist also klar, wie geil Geiz genau ist, das lässt sich in Millionen ausdrücken. Tja, lieber kleiner Mann im Hormuth, jetzt musst du dich entscheiden: Willst du a) nicht „blöd” sein und beim lustig kostümierten Olli Dittrich psuedo-billigbillig kaufen, oder b) dem Herrn Topmanager am Spitzengehalt sägen? Jetzt musst du dich entscheiden…




Ja, Frederic ich glaube, man kann nicht alle Firmen boykottieren, deren Manager absahnen.Zum Beispiel dürfte man nicht mehr Bahn fahren, denn der Bahnvorstand hat sich im letzten Jahr satte 77 Prozent mehr Gehalt genehmigt. In Zeiten von Reallohnverlusten ist das ne’ Frechheit. Der Hartz 4-Satz wurde seit Einführung von 345 auf 347 Euro erhöht und orientiert sich an den “Steigerungen” der Renten; die astronomische Steigerungsrate der Renten betrug dieses Jahr 0,54 Prozent nach mehreren Nullrunden. Mein Vorschlag zur Güte: Auszahlungssteigerung von Rente und Hartz 4 jedes Jahr um 2,5 Promille; die Auszahlung erfolgt in Form von 1 Liter Wodka wöchentlich.
und das Motto
Die überbezahlten Manager brauchen keinen Alkohol; sie süffeln High-End Mineralwasser zum Preis von 50 Euro die Flasche. Nur der Proll trinkt noch Leitungswasser oder 08/15 Mineralwasser oder eben Wodka(”Wässerchen”).
Um meinem Beitrag eine andere Richtung zu geben möchte ich noch eine andere Argumentationslinie einziehen und zwar die der Rechtfertigung für hohe Gehälter.
In meinen Augen ist zwar schon die schiere Höhe der Managergehälter
bedenklich ; noch schlimmer finde ich allerdings, dass die Bezahlung auch bei Misserfolg des betreffenden Managers erfolgt.
Nach dem Motto :”Hast du erst kaputtsaniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert”.
Vielleicht ist es ja ein Erfolg, wenn tausende Arbeitnehmer “freigesetzt” werden, denn der Aktienkurs des Unternehmens steigt dann ja(”shareholder value”
“Um die Arbeitnehmer ich mich nicht scher’, denn ich bin ja Aktionär” hat Bestand.
Vielleicht sollte ich auch Manager werden; doch mir fehlt der Stallgeruch(mit dem man jetzt sogar eine Frau finden kann); außerdem fehlt mir jedes Handicap womit ich nicht unter das Antidiskriminierungsgesetz falle.
Pech gehabt! Na dann bleibt mir nichts anderes übrig, als ums Überleben zu kämpfen
und zum Ausgleich Minigolf zu spielen.
In diesem Sinne frohe Ostern!
Das ist eine schwierige Frage, Allerdings gebe ich Herrn Küppersbusch darin recht, das alles GEld, das ein Konzern ausgeben kann erst eingenommen werden muss. Und wenn es durch die geizigen Preis ist. D.h. auch wir erwirtschaften die Millionen, die die Manager verdienen. Leider. ICh denke, wir sollten noch geiziger sein und das nächste Mal im Prol-Markt erklären, dass wir nicht willens sind, die Preise zu bezahlen, weil die Vortandsbezüge unangemessen hoch sind. Und diese Anteil würden wir gerne in die eigene Tasche geizen. denn: Geiz ist geil.
Gerechte Gehälter hat es noch nie gegeben und wird es nie geben. Bei Gehaltsverhandlungen geht es in erster Linie darum, sich gut zu verkaufen. Hierbei helfen Leistung, Argumente und Überzeugungskraft. Manager sind keine Politiker, die sich ihre Bezüge selbst genehmigen. Sie müssen zumindest den Aufsichtsrat (der wesentlich vom Eigentümer des Ladens bestellt wird) oder direkt den Eigentümer des Ladens überzeugen. Scheinbar gelingt es den gut bezahlten Managern einfach besser als den kleinen Männern und Frauen, sich überzeugend dar zu stellen! Darin sind sie echt gut, wie man zweifelsohne immer wieder sehen kann … oder würden Sie freiwillig so viel Geld heraus rücken, wenn Sie nicht glaubten, der Mann würde es Ihnen nicht wieder doppelt einspielen?
PS: Die monströsen Abfindungen erklären sich in der Regel einfach dadurch, dass sie letztlich weniger Aufwand bedeuten, als wenn man den überflüssigen Manager für den Rest seiner Vertragslaufzeit für’s Nichts-Tun weiter bezahlen müsste… Auch wieder nur eine banale Frage der Kostenoptimierung.