Ich denke, also bin ich (nicht gläubig?)
Juni 30, 2007 von hormuthsfrederic
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Schüler sollen künftig die Bibel mit in den Biounterricht nehmen. Nicht um Schmetterlinge damit zu pressen, sondern um über die Schöpfungsgeschichte zu sprechen. Hessens Kultusministerin Karin Wulff hätte nämlich gerne, dass diese 7-Tage-Matsch-Licht-Rippchen-Arche-und-Co-Story dort behandelt wird. Die Kreationisten sind in Deutschland gelandet. Das sind Leute, die sich denken: „Mensch, der Islam, der ist so erfrischend unaufgeklärt, das hätten wir auch gerne wieder!“. Wenn es nach denen geht, soll in der Wissenschaft wieder mehr geglaubt als bewiesen werden. Zum Beispiel, dass die Erde erst 6000 Jahre alt ist, dass der Grand Canyon ein Ergebnis der Sintflut ist und dass Darwin eigentlich auf den Scheiterhaufen gehört hätte.
Nur weil ihnen die Erderwärmung, das Internet, die Kernfusion, die Finanzmärkte, ihr Handy und der örtliche Fahrkartenautomat zu komplex sind, wollen sie lieber etwas glauben, was sich wie ein erfolgreicher Hollywood-Film in einem Satz zusammenfassen lässt: „Ein Typ klotz sieben Tage mal richtig ran, fertig ist die Welt und happy end.“ Da kann ich nur sagen: Für Deppen wie Euch hat der liebe Gott die Evolution gar nicht erfunden.
Ja, ich bin sauer. Auf Leute, deren Glaube so zeitgemäß ist wie Höhlenmalerei. Die mal locker ein paar hundert Jahre Geisteswissenschaften in die Tonne treten wollen. Die dafür sorgen, dass Intelligenz und Glaube ein Gegensatzpaar werden. Die täglich flehen: „Vater unser im Himmel, vereinfacht werde dein Name. Unsere tägliche Einfalt gib uns heute. Und vergib uns unseren Kinderglauben, wie auch wir vergeben dem Biolehrer. Und führe uns nicht in Analysen, sondern erlöse uns von den komplexen Zusammenhängen!“. So. Das musste mal raus, jetzt geht´s mir wieder besser. Und Friede sei mit Euch!




Ich finde das gut! Sollen die doch jede Theorie durchnehmen, die etwas weiter verbreitet ist. Dann kann sich jeder selbst seine Meinung bilden und seine Wahl treffen. Etwas weit zur Ironie geneigt könnte man auch sagen: wenn man auswertet, wie sich die Kinder entscheiden, kann man sich den teuren PISA-Test gleich sparen!
Es lebe das fliegende Spaghettimonster!
Ja, ich denke, das gehört dringend mit rein in den hessischen Biologieunterricht: http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster
Au ja!! Damit würde auch gleich noch das Problem fehlender Ausbildungsplätze einer Lösung näher gebracht, Denn: wir brauchen wieder mehr Piraten, auf See und in der Wirtschaft! Schließlich ist längst bewiesen, dass deren sinkende Zahl seit Beginn des 19. Jahrhunderts die einzige Ursache für die globale Erwärmung, Orkane und alle anderen Naturkatastrophen ist:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster#Zentrale_Glaubensinhalte
Willkommen bei den Pastafari! Lang lebe der Prophet! Missionieren wir Hessen!
Du bist ja total davon überzeugt, dass die Welt nicht durch die Schöpfung entstanden ist!! Sehr interessant. Du regst dich über die Leute auf, die an die Schöpfung glauben, und dafür noch nicht mal Beweise haben…
Die “Beweise”, die die Evolution heranführt sind doch sind in keinster Weise wirklich ein Beweis dafür dass die Welt auf diese Art und Weise entstanden ist. Das ist doch auch nur an den Haaren herbeigezogen.
Wenn die Evolution so logisch ist, wie kann dann am Anfang alles aus dem NICHTS entstanden sein. Es gab am Anfang gaaaaar nichts. Und aus nichts kommt nichts. Diese Theorie fängt doch schon mit einer Lücke an.
Und dann weiß ich echt nicht ob du dir schon mal die Natur angeschaut hast. Also ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das alles von alleine entstanden ist. Und dann die Komplexität des menschlichen Körpers (abgestammt von einem dummen Affen? Sag mal wie tief soll der Mensch denn noch fallen?)
Ob es da ne Erklärung für gibt oder nicht, aber die Natur und der Mensch sind auf keinen Fall einfach so per Zufall ohne eine höhere Macht entstanden!!
Hi Eddy!
Genau das ist mein Punkt: Wieso sollte die Evolution nicht der Schöpfungsakt gewesen sein? Um nicht zu sagen ein göttlicher Plan? Das schließt sich doch nicht prinzipiell aus. Ist halt ein sehr abstrakter Gedanke, aber wenn es einen Gott gibt, dann schöpft der möglicherweise komplexer, als wir Menschen es uns vorstellen können. Würd ich ihm keinen Vorwurf draus macnen.
Die Schöpfungsgeschichte des alten Testaments kann auch nicht erklären was das Gaaaarnichts gewesen ist und wer es erschaffen hat, oder? Ich denke, das ist das Wunder des Lebens, dass es nicht einfach zu erklären ist, dass es menschliche Vorstellungskraft übersteigt. Kreationismus macht es sich zu einfach. Noch einfacher als die Evolutionstheorie. Und ist sich dabei paradoxer Weise auch noch zu fein, vom Affen abzustammen!
Wer sagt Dir eigentlich, dass Gott nicht das ist, was wir in unserer Beschränktheit als Zufall missverstehen? So einfach ist das alles nicht. Man kann über alles nachdenken, aber über Glaubenssachen am besten in Theologie und über Naturwissenschaften in Bio. Das heißt: In Reli darfst du diskutieren, ob du an die Naturwissenschaften glauben magst. Und in Bio gilt eben Darwin. Ich verlang ja auch nicht, dass Schüler sich eine Formelsammlung der Quantenphysik nebens Alte Testament legen sollen.
Trotzdem, Eddy, danke für Deinen Beitrag und Gott zum Gruße!
Danke für diesen schönen Beitrag. Deckt sich mit meiner Meinung! Und sprachlich gar gewandt formuliert!
Vielleicht noch ein Gedanke am Rande…? Nur ein kleiner Einwurf…
“… doch die einzig wahre und mögliche Form für den Wissenschaftler ist eben die kosmische Religiosität, “die stärkste und edelste Triebfeder wissenschaftlicher Forschung.” Es folgt der für Einstein ungewöhnlich pathetische Ausruf: “Welch ein tiefer Glaube an die Vernunft des Weltenbaues und welche Sehnsucht nach dem Begreifen, wenn auch nur eines geringen Abglanzes der in dieser Welt geoffenbarten Vernunft musste in Kepler und Newton lebendig sein, dass sie den Mechanismus der Himmelsmechanik in der einsamen Arbeit “vieler Jahre entwirren konnten!”
Quelle: http://www.einstein-heute.de/_/biografie/biografie_jsp/key=3934.html
Manchmal frage ich mich, ob wir nicht verschiedene Ebenen der Wahrnehmung, vielleicht des Begreifens… miteinander vermischen. Ich persönlich denke, daß das, was wir sehen und (be-)greifen können und das, was wir als “geistige Wahrnehmnungen” bezeichnen, zwei völlig unterschiedliche “Ebenen” sind. So man sie kennt und miteinander verknüpfen kann, ergibt sich ein “lebendiges Ganzes” wie Einstein es schildert. Für mich ein wunderschöner Gedanke… eine “kosmische Religiosität” als Triebfeder für die “weltliche” Forschung (Kunst / Literatur…). Ich forsche nach etwas, von dem ich nicht weiß, was es ist - aber hoffe, es zu finden.
Klingt sehr schön, nicht?
Hier noch ein Link zum Weiterlesen:
http://www.cicero.de/97.php?ress_id=7&item=424
Wie gesagt, nur ein Gedankenanstoß - vielleicht hat jemand (so wie ich) Freude daran, noch einmall “um die Ecke zu denken”…?
@solche feinen einwürfe zu postings, die zwar schon älter, aber nicht unwichtiger sind, freuen mich immer sehr. Willkommen! Wer mag, darf gerne an dieser Stelle weiterdenken.