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Archive for 26. Mai 2007

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Wie sieht eigentlich ein Bekennerschreiben aus? 30-Jahre-RAF-Briefmarke und links oben als Absender „Ein Freund“? Haben die Buchstaben der Adresse einen auffälligen Linksdrall und müffelt der Brief nach dieser Mischung aus Kiffe und fair gehandeltem Kaffee? Der Hamburger Staatsschutz saß ja jetzt ein paar Tage im Briefzentrum Altona und hat 10.000 Briefe gesichtet, befummelt und dann nach eigenen Aussagen einen (in Zahlen: 1!) davon geöffnet. Das nenn ich effektiv! Und diese Selbstbeherrschung!!!

Die Aktion stand in „Zusammenhang mit Bekennerschreiben“, heißt es. Klar, die werden ja üblicherweise an Zeitungen geschickt und tauchen deshalb nie mehr in der Öffentlichkeit auf… Und wenn doch, müsste der Staatsschutz an den Kiosk gehen, das ist zu gefährlich, da stehen diese ganzen Penner und schimpfen auf den Staat. Angeblich waren sie sogar beim Leeren der Briefkästen mit dabei, wahrscheinlich um rauszufinden, wo der anonyme Absender seine Post einwirft. Kann sein, dass der Staatsschutz deswegen sogar in den Briefkästen saß, Passanten wollen im Dunkel hinter dem Einwurfschlitz neugierige Augenpaare gesehen haben. Die krampfhaft auf die Briefmarke geschielt haben. Laut Erkenntnissen des Staatsschutzes ist es ja so, das Autoanzünder ihre Bekennerschreiben vorzugsweise höchstpersönlich direkt in den Briefkasten bei sich ums Eck werfen. Das ist der berühmte Widerstand der kleinen Wege.

Verhaftungen gab es bisher keine. Der eine geöffnete Brief kann also nicht sehr brisant gewesen sein. Wahrscheinlich mal wieder eine Rechnung, so geht es mir meistens. Dementsprechend war die Aktion „notwendig“ aber überflüssig? Es sei denn, man hätte Bekennerschreiben gefunden, von denen man wollte, dass sie dringend verschwinden und eben nie veröffentlicht werden. Ich mach mir Sorgen um Heiner Geißler!

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