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Frage dich nicht, was die Politiker für die Bildung tun, sondern frage dich, was du für die Bildung der Politiker tun kannst. Das hat sich wohl der kanadische Schriftsteller Yann Mertel gesagt, als er mal wieder seinen Premierminister bei einer Kulturveranstaltung beobachtete. Der muss sehr gelangweilt ausgesehen haben, der Premier. So eine Mischung aus Kulturferne und Gesichtslähmung, vielleicht ist ihm sogar ein Speichelfaden aus dem Mundwinkel gelaufen. Jedenfalls hat sich der Herr Mertel erbarmt, vielleicht sind bei dem grade die Kinder ausgezogen und er hat wieder pädagogische Kapazitäten frei. Er schickt dem Politiker jetzt alle 2 Wochen ein Buch der Weltliteratur sowie eine kleine Leseanleitung, damit es nicht so wehtut. Los ging es mit Orwells „Animal Farm“ und Tolstois „Tod des Iwan Iljitsch“. Der Premier hat bisher nicht reagiert, vielleicht hat er keinen, der ihm was vorliest. Mertel bleibt eisern und will seine Kulturlieferung a la „Lesen auf Rädern“ unbedingt fortsetzen, bis zum Ende der Premier-Amtszeit.
Ich finde die Idee so großartig, dass ich gerne einen Wettbewerb draus machen würde. Es geht um die originellste Antwort auf die Frage:
Welches Buch würdest du gerne mit welcher Begründung (und/oder Lesehilfe) der Bundeskanzlerin schenken?
Der Wettbewerb läuft 10 Tage, so lange sammel ich die Vorschläge im Kommentar. Dann wird ein Sieger ausgelost und der erhält dann ein Buch, das ich ihm auswähle und begründe. Also los! Alles ist möglich, vom „Moppel-Ich“ bis hin zu „Maria Stuart“!




ich, für meinen teil, empfehle ihr “Der Froschkönig – Ein Märchen der Brüder Grimm”.
das ist altersorientiert (kinderbücher und so…) und symbolisiert sie passend… die froschkönigin bei der es nicht zur metamorphose gereicht hat.
Wenn wir schon bei Märchen sind, fällt mir “der Wolf und die sieben Geißlein” ein. egal wie mißtrauich Du bist, gefressen wirs Du eh. Dann kommz die große Mama, vielleicht in Person von Gabriele Pauli und rettet Dich.
Ich empfehle ihr das Buch “Fischbrötchen beim Frisör” von Fredrik Vahle. Damit sie mal was zum Lachen hat. Und sieht, dass es andere auch nicht leicht haben. Und wenn sie es durch hat, kann sie es Udo Walz als Mitbringsel zukommen lassen
mein tipp: von siegfried fischbacher und roy ludwig horn das buch “siegfried & roy: mastering the impossible”.begründung: it´s magic.
Spannender Wettbewerb, Herr Hormuth! Da bin ich als Leseratte doch sofort dabei.
Ich hab’s gerade selbst gelesen, und kann das Buch auch einer Frau Merkel wärmstens empfehlen:
— “Fünf Jahre meines Lebens” von Murat Kurnaz —
Lesen. Dann die tiefe Verbundenheit zu George Bush überdenken. Danke.
Ein nette Idee!
Was kann man dem Merkel schenken? “Wem die Stunde schägt” und “Bonjour Tristesse” passen zwar vom Titel her, aber inhaltlich wird das dem Merkel nichts bringen.
Nein, ich würde ihr ein Buch schenken, das sowohl vom Titel als auch vom Inhalt Kohls Mädchen, der Sith-Lady der neuen Sachlichkeit, “begeistern” wird: “Früchte des Zorns” von John Steinbeck, ein Buch über die Great Depression der 30er … vielleicht lässt sie sich vom Buch beeindrucken und freundet sich mit einem “New Deal” an. Träumen darf man ja
Ich würde ihr schenken “Für jede Lösung ein Problem” von Kerstin Gier. Da ist der Titel ja schon fast selbsterklärend, oder?
die bibel … und fett darin unterstrichen “fürchtet euch nicht”
My two cents: Die Stiftung an die Dame, die von mir kommen muss, wäre schon fast zu offensichtlich – aber ich glaub sowieso nicht, dass die eine metaphysische Jungsgeschichte, in der es oberflächlich betrachtet um einen dicken Fisch geht, 800 Seiten lang durchhält.
Auch für Frau Merkel deshalb: den Bartleby von Herman Melville. Eher 50 als 100 Seiten, zwar auch eine reine Sache unter Mannsbildern, aber die Wirtschaft und somit die ganze Welt ex negativo durchgespielt. A story from Wall Street makes the world go round.
Hallo,
ich würde das Merkel mein Sparbuch schenken – mit gutem Gewissen (ich hab gar keins – wovon auch).
Aber lesen könnt sie bei mir z.B Bücher von Adorno über Brecht, Clausewitz, Dostojewski, Ehrenburg, Faulkner, Gorki, Heine, Ibsen, Jobst, Kleist, Laxness, Moravia, Neutsch, Ossietzky, Puschkin, Reuter, Schnitzler, Turgenjew, Uhse, Vargas, Wedding bis Zetkin. Natürlich nach vorheriger Anmeldung und gegen ein geringes Entgeld – sagen wir in Höhe von Hartz IV/pro Buch.
Eine Frage hab ich noch – kann das überhaubt lesen – oder plappert es nur nach?
Stark bleiben!
Nun, ich gestehe, ich mußte mich erst mal in unserem Bücherzimmer um sehen, um auf eine Idee zu kommen. Meine Fach-, Kinder-, Koch- und Lieblingsbücher habe ich für ungeeignet erklärt, aber ich bin fündig geworden!
Der Brockhaus – Mathematik – Physik von der Redaktion Schule und Lernen!
Ich denke Angela hat ein unübersehbares Defizit in diesem Bereich! Sie könnte unter Anderem lernen, wie man/frau rechnerisch mit Hartz IV auskommt (vermutlich sie nur 3 Tage), wie es möglich ist mit den Staatsausgaben noch höhere Schulden für die nächste Generation zu schaffen, daß Dummheit kein Problem der Physik ist – denn Vakuum wiegt nicht schwer -, daß Charakter und Aufrichtigkeit auch bei berechnenden Menschen nicht ein Bildungsdefizit ist und daß das Gesetz der Schwerkraft für hohle Worte nicht greift.
Ja, ich glaube, für so ein gutes Werk kann ich mich sogar von einem Buch trennen.
Frederic die IDEE ist klasse!
Willkommen auf den Seiten des kontemplativen Gebets!
Grübel… Gar nicht so einfach.
Dann lieber den Münchhausen, ob nun das Bürgersche Original oder die Kästner-Version für ‘Anfänger’: das wäre wenigstens eine Orientierung an echten Vorbildern.
Also von Märchen würde ich ja dringendst abraten. Man hat manchmal eh den Eindruck, als gehörten die zu Politikers Pflichtlektüre – wartet nur den nächsten Wahlkampf ab.
Hm, und eigentlich sollte sich Frau Merkel ja in Physik und Mathematik auskennen, schließlich hat sie darin sogar promoviert. Nur mit der Anwendung haperte es immer ein bisschen, gibt sie sogar selber zu (in der Wiki zitiert): „Meine Schaltpläne haben in der Praxis meist nicht funktioniert.“ Achsoooo! *g* Naturwissenschaftler vor! – hat jemand ‘nen einschlägigen Tipp?
Mir selber schwirrten ja erst Falladas „Kleiner Mann – was nun?“ oder „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ durch den Kopf. Bin mir aber nicht so sicher, ob das Feeling und das Transformationsvermögen bis zu Hartz IV reicht? Und „Die Dagoberts“ hat sie womöglich schon gelesen?
Bliebe vielleicht des Herrn Ex-Regierungssprechers Zach „Monrepos oder die Kälte der Macht“, aus dem baden-württembergischen Wasserglas problemlos – evtl. auch für Frau Merkel – auf eine höhere Ebene projizierbar. Oder als kleine Schocktherapie Dirk Bennemanns „Ich hab die Unschuld kotzen sehn“. – Aber ob Frau Kanzlerin dabei zuschaun mag?
Wenn das alles nix ist, fiele mir als ultimative Radikalkur nur noch Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“ ein – da gibt es wenigstens eine eindeutige Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens und den ganzen Rest auch.
Hö, die von Frau Merkel sind jedenfalls nicht besser. Und über ihre kann man (bis jetzt!) nicht mal lachen.
Tolle Idee übrigens, Herr Frederic Honigbrot.
Ich würde ihr Ulysses von James Joyce schenken. Da hat sie eine nette Beschäftigung für die nächsten Jahre, kann keine Dummheiten mehr anstellen und müsste sich auf etwas einlassen, worüber sie keine Kontrolle hat.
Die Merkel soll auf jeden Fall Adorno lesen. Sie hat’s verdient!
Lean Brain Management von Gunter Dueck. Wird zwar offensichtlich in großen Teilen schon eingesetzt, aber noch nicht durchgängig genug und theoretisch durchdacht. Könnte auch das für Bildung eingesetzte Geld sparen für wichtigere Zwecke.
Hallo Frederic,
toller Wettbewerb, an dem ich mich auch beteiligen möchte.
Zuerst dachte ich dran, dass man ihr folgende Werke empfehlen sollte:
Thomas Mann: “Der Zauberberg” (1002 Seiten)
Fjodor Michailowitsch Dostojewskij: “Die Dämonen” (840 Seiten)
John Irving: “Bis ich dich finde” (1140 Seiten)
Miles Davis: “Die Autobiographie” (621 Seiten)
“Die Bibel” (1452 Seiten)
und zwar genau in dieser Reihenfolge, zumindest hätte sie dann einige Tage
etwas zu tun und wäre für einige Zeit aus dem Verkehr.
Da man sich aber bei diesem Wettbewerb für ein Buch entscheiden muss
kam ich von dem Gedanken ab.
Was kommt sonst in Frage?
“Kaltblütig” von Truman Capote hat sie sicherlich schon gelesen, “Der Richter und sein Henker” von Friedrich Dürrenmatt sicherlich auch schon.
Wie wäre es mit “Nichts als die Wahrheit” von Dieter Bohlen (immerhin auch 335 Seiten). Aber ich hab mir sagen lassen, dass darin folgende Zeilen stehen: “Einen Tag und eine Nacht war ich furchtbar traurig. Aber ich bin wie eine Wühlmaus: Wenn ich nicht oben über den Zaun komme, grabe ich mich halt drunter durch.” (Seite 52)
Na, nicht, dass sie das noch wörtlich nimmt. Das wollen wir alle nicht.
Arthur Millers “Tod eines Handlungsreisenden” soll sie auch nicht wörtlich nehmen, man ist ja nur hessisch nicht “gehessisch”.
Ich dachte mir “Stupid white men” (Michael Moore) passt, wie die Faust aufs Auge, naja aber englischsprachige Literatur, dann schon lieber Dostojewskij (siehe oben).
Bis ich dann die zündende Idee hatte:
Schopenhauer… Das ist es!!!
“Schopenhauer für Gestresste”
aus dem “Insel Taschenbuch”-Verlag.
Soll sie am besten dort auch lesen, also auf ner einsamen Insel.
Und am besten diesen Satz von Seite 75 einen Monat lang auswendig lernen:
“Groß ist nur der, welcher bei seinem Wirken nicht seine Sache sucht; sondern allein einen objektiven Zweck verfolgt.”
Viele Grüße an meinen Lieblingsregisseur:-)
Daniel
Ich schenk ihr “Die Entdeckung der Langsamkeit” von Sten Nadolny.
Da wird sinngemaess beschrieben, dass Lahmarschigkeit auch zum Ziel fuehrt.
@Daniel Helfrich
Die Idee, dem Merkel etwas “zeitfüllendes” zu schenken um es möglichst lange aus dem Verkehr zu ziehen, ist mir auch zuerst gekommen
Da würde ich allerdings Marcel Prousts http://www.amazon.de/Suche-nach-verlorenen-Zeit-B%C3%A4nde/dp/3518413856/ref=pd_sbs_b_2/302-7865607-2713628?ie=UTF8&qid=1178992980&sr=8-1 wählen Damit ist sie bei 5260 Seiten doch längere Zeit beschäftigt.
Etwas spät, aber ich denke, ich würd ihr die gesammelten Werke von Max Frisch schenken. Ein wenig Kultur täte ihr gut. Die James-Joyce-Idee von Leonope fand ich auch sehr gut, “Die Entdeckung der Langsamkeit” auch.
@andre: ich mach bestimmt bald mal wieder so nen wettbewerb, das war lustig!
Kann man da noch mitmachen?
Letzter Eintrag vom 16. Mai, oh!
Egal:
“VOLLIDIOT”
Das ist es, das ultimative Merkel-Buch!
Ziemlich genial, den der Titel ist Begründung zugleich.
Das tut mir jetzt natürlich schon leid für den Autor Tommy Jaud, den das Buch ist wirklich klasse. aber hilft nix!
“… denn das Buch ist wirklich klasse …”
muss es natürlich heißen, hab ein “n” vergessen. Nur damit mir der Buchtitel nicht selbst entgegengeschmettert wird!